Langhantel Archive - DaheimTrainer https://daheimtrainer.de/category/uebungen-nach-geraete/langhantel/ Fitnessgeräte für zuhause, Training, Ernährung Thu, 04 Jun 2020 08:56:06 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.7.4 Kniebeuge https://daheimtrainer.de/training/uebungen/kniebeuge/ Thu, 02 Apr 2020 07:46:53 +0000 https://daheimtrainer.de/?page_id=305 Schwierigkeitsgrad: Hoch
Geräte: Langhantel
Rack

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Kniebeuge

Benötigtes Equipment
• Langhantel
• Rack / Hantelablage

Schwierigkeitsgrad
Hoch

Angesprochene Muskeln
• Quadriceps
• Po (Gluteus maximus)

Alternativen
Kurzhantel-Bankdrücken, Liegestütze, Dips

Involvierte Muskeln

aktivierte muskeln beim bankdrücken

Überblick

Die Kniebeuge ist die wohl komplexeste aller Übungen, denn sie erfordert ein hohes Maß an Beweglichkeit, Koordination und Kraft. Sie trainiert den kompletten Unterkörper, insbesondere Bereiche des Oberschenkels und des Pos. Bei richtiger Ausführung wird auch stark der Bereich des Bauchs und des Rückens (vor allem statisch, passiv) beansprucht. Die Perfektionierung der Technik ist teilweise ein jahrelanger Prozess. Deshalb sind die Informationen dieser Seite eher als Richtlinie zu verstehen. Wer die Kniebeuge richtig ausführt, kann stark profitieren: Mit einer Übung fast den gesamten Unterkörper trainieren.

Mann führt Kniebeuge aus

Ausführung der Kniebeuge

„Geh einfach in die Hocke und wieder hoch“

In die Hocke gehen ist eigentliche eine natürliche Bewegung. Die meisten Menschen sollten damit keine Probleme haben, wenn sie durchschnittlich beweglich sind. In die Hocke gehen unter Last ist allerdings eine komplett andere Bewegung. Das gilt gleichermaßen für Front- und Kniebeuge. Durch das Gewicht ist zunächst eine Grundspannung der betroffenen Muskeln notwendig. Andernfalls kann nur schlecht / keine Kraft übertragen werden. Außerdem ist eine hohe Beweglichkeit notwendig, um (vor allem) den Bereich der Lendenwirbelsäule neutral zu halten.

Man sollte die Kniebeuge ohne / mit leichtem Gewicht lernen. Dabei sollte man sich entweder filmen und auf objektive Punkte achten oder unter professioneller Aufsicht trainieren. Viele Trainierende haben sich schon langfristig durch falsche Ausführung geschädigt.

Bewegungsablauf

Der prinzipielle Ablauf ist simpel: Die Stange auf den oberen Rücken legen, in die Hocke gehen und wieder hoch. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man beim erstmaligen Ausführen der Übung eine gute Technik behält. Die Kniebeuge sollte zwar so natürlich wie möglich ausgeführt werden. Es gibt allerdings viele Dinge, auf die man bewusst / unbewusst acht geben sollte. Dazu gehören die Standweite, Stellung der Füße, Stellung der Knie, korrekte Position der Hüfte, des unteren Rückens, die Griffbreite, die Position der Ellbogen, die Atmung und vieles mehr.

Zunächst schulterbreit die Stange Greifen und unter die Stange gehen. Die Brust sollte rausgedrückt sein. Das Gewicht anheben und mit beiden Füßen fest auf dem Boden stehen. Einen Schritt zurück gehen und schulterbreit stehen. Hüfte und Knie sollten voll ausgestreckt sein. Vor der Abwärtsbewegung kann es helfen, die Stange aktiv auf den oberen Rücken zu ziehen. Dadurch aktiviert sich der große Rückenmuskel (latissimus dorsi) und du erhöhst die Stabilität.

Tief einatmen und den gesamten Körper anspannen. Die Knie nach außen drücken und die Hüfte nach hinten schieben: Dadurch ensteht automatisch die Abwärtsbewegung und die Knie werden gebeugt. Man sollte sich vorstellen, als würde man versuchen, den Boden mit seinen Füßen auseinander zu reißen. Bei der gesamten Bewegung sollte Körperspannung vorhanden sein, damit die Beine die Arbeit verrichten können. Es arbeiten nicht nur die Beine bei dieser Übung. Die Wirbelsäule muss während der gesamten Übung die gleiche, neutral Stellung beibehalten.

Kniebeuge ausführen, bis die Hüften tiefer sind als die Knie. So kannst du immer sicher sein, dass die unterstützende Muskulatur stark genug ist. Wenn du beweglich genug bist, und die Wirbelsäule trotzdem ihre Form verändert (z.B. einrundet), solltest du das Gewicht reduzieren, bis deine Form wieder stimmt.  Die Brust sollte immer noch herausgedrückt sein.

Die Brust sollte dabei immer noch herausgedrückt sein. Deine Knie sollten immer noch nach außen zeigen. Wenn sich die Position des Knies ändert (in den meisten Fällen gehen sie bei der Aufwärtsbewegung nach innen), könnten deine Oberschenkel zu schwach sein (vor allem vastus medialis). Solange Gewicht reduzieren, bis die Form wieder stimmt.

Die Übung ist erst beendet, wenn die Beine ausgestreckt und die Hüfte wieder komplett vorne ist.

Durch die Ausführung über mehrere Wochen bekommt man ein Körpergefühl, dass man in jeder anderen Übung verwenden kann. Das ist das wichtigste, um gesund zu bleiben und langfristig zu trainieren. Ihr werdet stärker und muskulöser, wenn ihr die Grundlagen des Trainings beachtet.

Technik

Die Kniebeuge ist ein Zusammenspiel vieler Muskeln, deshalb ist die Technik sehr wichtig. Es müssen auf bestimmte Dinge geachtet werden, die in Kombination zu einer optimalen Ausführung führen. Im Folgenden werden die wichtigsten Merkmale erklärt.

Die Folgenden Beschreibungen sind Richtwerte, die für die meisten Anatomien funktionieren. Die Kniebeuge kann in manchen Punkten bei jedem unterschiedlich aussehen. Es sollte individuell abgestimmt werden.

Standweite & Fußstellung

Du solltest ungefähr Schulter-breit stehen. Die Füße sollten während der gesamten Übung fest auf dem Boden stehen und sich nicht bewegen.  Wenn du zu eng stehst, ist deutlich mehr Beweglichkeit notwendig. Dadurch kannst du die entsprechende Tiefe bei sauberer Form schwerer erreichen (vor allem wenn du einen relativ kurzen Torso und lange Beine hast). Wenn du zu weit auseinander stehst, wird die Leiste mehr beansprucht und kann verletzt werden. Es gibt Powerlifter, die extrem weit stehen. Dafür benutzen diese dann einen speziellen Anzug.

Die Füße sollten 30° nach außen zeigen:

  • Der Torso hat mehr Platz zwischen den Beinen bei der Abwärtsbewegung

  • Das Knie wird gleichseitig belastet

  • Es ist leichter, unter parallel zu kommen

  • Der Po wird mehr involviert

Fußstellung bei der Kniebeuge - 30° nach außen rotiert

Man sieht in Fitnessstudios oft Leute, die einen Holzbalken unter ihre Fersen legen. Macht das nicht. Eine Erhöhung der Ferse steigert künstlich die Mobilität des Sprunggelenks. Dadurch geht die Belastung mehr auf den Oberschenkel. Wenn ihr trotzdem mit erhöhten Fersen beugen wollt, benutzt Gewichtheberschuhe. Dieser ist eine gängige und bewehrte Variante. Der Ursprung solcher Schuhe liegt im Gewichtheben. Durch die Erhöhung kann über einen längeren Weg Kraft auf die Stange ausgeübt werden. Dadurch ist die Endgeschwindigkeit der Stange höher. Das ist bei vor allem beim Reißen und Stoßen notwendig, nicht aber bei der Kniebeuge.

Gürtel oder nicht?

Nein, in der Regel nicht. Da ich diese Frage sehr häufig gestellt bekomme, ein paar Punkte dazu. Eine Gewichthebergürtel ermöglicht es, leichter Spannung im unteren Torso aufzubauen. Des weiteren erhöht dieser die maximale Spannung, die du aufbringen kannst. Außerdem ist die Kontraktion des Cores anders, da du gegen einen Widerstand „drückst“. Wenn jemand theoretisch sein Leben lang mit Gürtel gebeugt und gehoben hat, kann er nur mit einem gewissen Risiko ohne Gürtel beugen und heben.

Was heißt das? Das heißt, du solltest im Training generell keinen Gürtel benutzen, damit die Fähigkeit, deinen Core zu fixieren, antizipiert wird. Ein Gürtel sollte im besten Fall nur dann eingesetzt werden, wenn unbekannt ist, ob die Core-Spannung für die Ausführung der Übung ausreicht. Dein Core sollte IMMER stärker sein wie der Rest. Wenn du dann beispielsweise bis zum Muskelversagen Kniebeugen ausführst, sollten deine Beine zuerst „nicht mehr können“ – und nicht der Core. Dann bleibst du auch planmäßig verletzungsfrei.

Knie

Die Knie sollten sich während der gesamten Bewegung nicht horizontal Bewegen. Wenn die Knie nach innen fallen, rundet automatisch der untere Rücken ein. Das sollte vermieden werden. Eine gewisse Mobilität der Hüfte ist notwendig, um die Knie in der richtigen Position zu halten.

Je nach Anatomie können die Knie über den Fußspitzen sein. Es sollte allerdings nicht fokussiert werden. Wenn die Knie zu weit vorne sind in der unteren Position, werden diese mehr (unnötig) Belastet. Zudem ist der Kraftfluss nicht optimal, da ein zusätzlicher Hebel entsteht.

Unterer Rücken

Die Wirbelsäule sollte während der gesamten Übung die gleiche, neutrale Stellung beibehalten. Dabei sollte man besonderen Fokus auf den unteren Rücken legen. Dieser sollte die gleiche Krümmung, wie in einer stehenden Position, haben. Das heißt, sehr leicht im Hohlkreuz (Lordose) und nicht im Flachkreuz.

Brust und oberer Rücken

Der obere Teil des Torsos wird bei der Kniebeuge oft vernachlässigt. Durch fehlende Spannung liegt das Gewicht nicht fest auf dem Trapezius und die Kniebeuge wird in den meisten Fällen instabil. Wenn der obere Teil des Torsos fixiert und unter Spannung ist, fällt es leichter, den Rest des Körpers unter Spannung zu halten. Denn dieser Teil ist unmittelbar von der Stange betroffen.

Um eine entsprechende Spannung zu erreichen, sollte man immer versuchen, die Brust herauszudrücken.  Des weiteren sollte man die Ellenbogen nach hinten unten zusammen ziehen. Dadurch entsteht die benötigte Spannung und eine Auflagefläche für die Hantel. Hier passiert es oft, dass der Kopf nach vorne schwenkt. Deshalb sollte besonders darauf geachtet werden, dass (wieder) die Wirbelsäule (in diesem Fall Halswirbelsäule) neutral bleibt.

Griffbreite: So eng wie möglich, so breit wie nötig. Tendenziell steigt die Spannung im Oberkörper mit der Reduzierung der Griffbreite. Das gilt bis zu dem Maß, bis deine Beweglichkeit in der Schulter nicht mehr „reicht“. Ab diesem Punkt gehen deine Ellenbogen nach oben und du verlierst die meiste Spannung.

Weg der Stange

Im Gegensatz zum Bankdrücken sollte die Stange bei der Kniebeuge in einer geraden Linie verlaufen. Jegliche horizontale Abweichung kostet Kraft, verringert Stabilität und bringt Verletzungspotenzial (auch langfristig, da die Gelenke ungünstig belastet werden). Die Stange sollte immer über dem Mittelfuß bleiben – in jeder Position. Wenn die Stange zu weit vorne ist, müsst du vermutlich mit deinem Oberkörper das Gewicht korrigieren. Wenn sie zu weit hinten ist, hast du das Gefühl, du wurdest nach hinten umkippen. Deshalb Stange immer über dem Mittelfuß lassen.

Mobility & Warmup

Wie vor jeder Übung solltet ihr euch vor den Arbeitssätzen aufwärmen. Das reduziert die Verletzungsgefahr und aktiviert eure motorischen Einheiten.

Folgendes Video zeigt ausführlich, wie sich für die Kniebeuge mobilisiert und aufwärmt. Die 14 Minuten lohnen sich.

Lowbar vs. Highbar

Folgende Tabelle zeigt anschaulich die generellen Unterschiede zwischen der Lowbar- und Highbar-Kniebeuge.

LowbarHighbar
Hauptübung im Profi-BereichKraft-Drei-KampfGewichtheben
Tendenz StandweiteWeitEng
Position HüfteHinter der StangeDirekt unter der Stange
Tendenz OberkörperNach vorne gelehntAufrecht
Tendenz GriffweiteWeitEng
DrehmomentstudieHüfte: 324Nm
Knie: 139Nm
Hüfte: 230Nm
Knie: 191Nm
Zur Studie

Alternativen zu Kniebeuge

Falls du die Möglichkeit hast, Kniebeugen auszuführen, solltest du das auch tun – ob Highbar oder Lowbar. Nur wenn du das entsprechende Equipment nicht hast, solltest du Alternativen suchen.

Mit der Langhantel – ohne Squat Rack

Bei Kniebeugen benutzt man in der Regel ein höheres Gewicht, weshalb die Übung ohne Squat Rack nicht ausgeführt werden kann und sollte. Es gibt zwei alternativen, die du verwenden kannst: Frontbeugen und Ausfallschritte. Bei Frontbeugen kann das Gewicht zwar höher sein, aber das Gewicht kann umgesetzt werden. Es ist also eine gute Möglichkeit, das zu lernen, denn es bringt viele Vorteile. Bei den Ausfallschritten ist das Gewicht und der Regel niedriger, wodurch es umgesetzt und auf den Nacken gelegt werden kann (wenn du eine Langhantel hast).

Front-Kniebeugen

Bei der Front-Kniebeuge wird die Hantel vorne auf der Schulter abgelegt. Dabei wird die Oberschenkel-Muskulatur mehr involviert. Dementsprechend wird sie von vielen Bodybuildern benutzt, um diesen Bereich mehr zu fokussieren.
Der Oberkörper ist während der Ausführung gerade und die Knie gehen in der Regel weiter nach vorne. Es ist wohl die beste Alternative zu der Kniebeuge. Olympische Gewichtheber arbeiten sehr häufig mit der Front-Beuge, da sie Bestandteil der Wettkampf-Disziplin ist.

Hier findest du eine gute Anleitung, Umsetzungen (Clean) zu lernen. Es erfordert viel Technik, du profitierst allerdings nicht nur davon, dass du die Frontbeuge ausführen kannst. Sondern auch, eine hoch-dynamische anspruchsvolle Übung zu lernen, die dich athletischer macht.

Ausfallschritte vorn

Die Ablageposition ist gleich wie bei der Frontbeuge. Ausfallschritte vorn fokussieren ebenfalls mehr den Oberschenkel. Mit diese Übung kann zwar nicht die gleiche Intensität erreicht werden, die mit der Frontbeuge. Für den Muskelaufbau ist sie allerdings sehr gut geeignet. Des weiteren wird die intermuskuläre Koordination verbessert.

Ausfallschritte hinten

Hier ist die Ablageposition gleich wie bei der „normalen“ Kniebeuge. Da das Gewicht erst umgesetzt und dann hinter den Kopf gedrückt werden muss, sollte diese Übung generell nur mit leichtem Gewicht ohne Squat-Rack gemacht werden. Die Effekte sind ähnlich den Ausfallschritten vorn- allerdings wird der Po und die Hüfte mehr involviert.

Mit Kurzhanteln oder Kettlebells

Bulgarian Split-Squats

Bulgarian Split-Squats sind eine gute Altenative zur Kniebeuge. Die ROM (range of motion) ist höher wie bei Ausfallschritten. Fokussiert wird hauptsächlich die hintere Kette (Beinbeuger und Po). Die Belastung des Oberschenkels ist geringer. Ein genereller Vorteil einseitiger Übungen: Asymmetrien werden ausgeglichen. Bei dieser Übung wird außerdem (im Verlgeich zur Kniebeuge) der Rücken entlastet.

bulgarian split squat

Goblet Squats

Goblet Squats eignen sich generell als Einsteigerübung für die Kniebeuge, da man „risikofrei“ die Stabilität und Mobilität verbessern kann und den generellen Bewegungsablauf lernt (die Kniebeuge ohne Gewicht ausführen ist dennoch besser, falls du eine Langhantel hast). Involvierte Muskeln sind hauptsächlich Oberschenkel und passiv der Core. Deshalb wird sie auch von vielen als Warmup für die Kniebeuge benutzt, da sie optimal den Core aktiviert. Der Ablauf: Kettlebell vor die Brust, Spannung aufbauen, Rücken gerade halten, runter bis die Ellenbogen die Knie berühren, wieder hoch. Wenn du die Belastung erhöhen willst, mach eine Pause in der tiefsten Position.

goblet squat

Mit dem Körpergewicht – Pistol Squats

Es gibt unzählige Übungen, die mit dem Körpergewicht – wie die Kniebeuge – die Beine trainieren.  Das Problem bei den meisten ist, dass die Intensität extrem niedrig ist und es zu einer Kraft-Ausdauer bzw. Ausdauer-Übung wird. Die Schwierigkeit ist, einen ähnlichen Trainingseffekt wie bei der Kniebeuge zu erreichen. Kniebeugen werden in erster Linie ausgeführt, um den gesamten Unterkörper schwer zu trainieren. Die einbeinige Kniebeuge ist die wohl einzige, die auch ohne Zusatzgewicht für die meisten Leute schwer ist.

Pistol Squats setzen eine hohe Beweglichkeit voraus. Den meisten wird die Ausführung am Anfang nicht gelingen. Es gibt einige Möglichkeiten, diese schrittweise zu erlernen:

  1. Einbeinig vom Stuhl aufstehen. Als erste Annäherung für die Belastung. Das solltest du problemlos schaffen, bevor du die einbeinige Kniebeuge versuchst.
  2. Einbeinige Kniebeuge mit dem Rücken zur Wand. Dadurch ist zunächst nicht sehr viel Beweglichkeit notwendig.
  3. Einbeinige Kniebeuge mit Unterstützung. Das kann entweder ein Tisch sein, an dem du dich abstützt, oder ein Gummiband / Seil, dass du irgendwo höher befestigt hast.
pistol squat

4. Mit Ausgleichsgewicht. Wenn die nötige Balance fehlt, kann es leichter sein, ein Gewicht in dem ausgestreckten Arm zu halten, obwohl der Gesamtwiderstand größer ist.

Häufige Fehler bei der Kniebeuge

Die meisten Fehler bei der Kniebeuge beinhalten die Nicht-Einhaltung der oben genannten Schritte. Dennoch gibt es bestimmte Fehler, die häufig zu sehen sind:

Unterer Rücken rundet ein

Der häufigste Fehler bei der Kniebeuge: Der untere Rücken rundet ein. Es bringt das größte Risiko dieser Übung mit sich. Die Wirbelsäule ist extrem Empfindlich in dieser Stellung und es kommt häufig zu Verletzungen bis hin zu Bandscheibenvorfällen. Die Wirbelsäule ist in längs-Richtung sehr belastbar und wirkt als Dämpfer. Bei auftretenden Scherkräfte wirkt der natürliche Schutzmechanismus nicht und es besteht hohe Gefahr. Wenn das bei dir auftritt (und das solltest du durch Filmen oder Feedback sicherstellen), solltest du mit geringem Gewicht den Fehler behoben, bevor du das Gewicht steigerst.

Gründe für das Einrunden:

  1. Die Hüftmobilität ist nicht gegeben. Durch das Öffnen der Hüfte kann bei den meisten Personen schon das Einrunden verhindert werden.
  2. Die Fußstellung ist parallel.
  3. Die Kniebeuge ist zu tief. Es ist zwar selten, dass jemand zu tief beugt, allerdings kann dies ein Grund für das Einrunden darstellen.

Es ist besser, den Bewegungsradius zu reduzieren (nicht so tief zu beugen), als mit eingerundetem Rücken zu beugen!

Halbe Range of Motion

Es gibt selten noch Leute, die die Kniebeuge nicht halb ausführen, weil sie es nicht besser wissen. Die meisten, die nicht tief genug beugen haben zu viel Gewicht auf die Stange geladen. Man sollte immer den kompletten Beweungsradius (ROM) ausnutzen. Sonst verschenkt man die Hälfte der Übung. Wenn man aus Mobilitätsgründen nicht tiefer in die Beuge kommt, fehlt es entweder an Mobilität und / oder der Stand ist zu eng.

Versen heben sich

Die Versen neigen eher dazu, sich vom Boden abzuheben, je enger der Stand ist. Wenn die Knie zu weit nach vorne kommen, kann das Drehmoment der Hantel dich nach vorne ziehen und deine Versen anheben.

Verwende keine Holzstücke unter den Versen oder ähnliches. Damit kannst du zwar eventuell das Problem mit den Versen beheben, hast aber kein stabilen Stand. Dadurch entstehen mehr neue Probleme, als du ursprünglich lösen wolltest.

Mobility – Wenn du einmal beweglich genug bist, die Kniebeuge auszuführen, ist eine Abweichung davon IMMER Technik oder zu viel Gewicht. Deshalb: Trainiere die Kniebeuge, bis zu mit leichtem Gewicht gute Technik hast und steigere dann das Gewicht.

Kniebeuge FAQ & Mythen

Wie oft sollte ich beugen?

Das ist abhängig vom Trainingsplan. Es gibt Pläne, bei denen wird 5x / pro Woche gebeugt und Pläne, bei denen wird nur alle 2 Wochen gebeugt. Es kommt auch darauf an, ob du Kniebeugen oder Alternativübungen machst. Hier bekommst du einen Überblick.

Ich komme nicht tief genug. Was kann ich tun?

Bei den meisten Personen reicht ein breiterer Stand, um tief genug zu beugen. Wenn das nicht hilft, hast du möglicherweise Probleme mit der Beweglichkeit. Hier ist beschrieben, wie du deine Beweglichkeit für die Kniebeuge erhöhen kannst.

Bekomm ich durch Kniebeugen einen dicken Po? Bei der „normalen“ Lowbar-Kniebeuge: Hoffentlich schon. Dann machst du vermutlich einiges richtig. Wer Angst davor hat, dass sein Po zu groß / massig wird, sollte beispielsweise zumindest Front-Kniebeugen machen.

Die Knie sollten nicht zu weit nach vorne kommen.

Diese Aussage basiert hauptsächlich auf einer Studie aus dem Jahr 2011, bei dem die Spannung im Knie untersucht wurde. Dabei wurde „herausgefunden“, dass die Belastung im Knie niedriger ist, wenn die Schienbeine vertikal zum Boden stehen. Das hätte man auch ohne diese Studie „herausfinden“ können. Es ist egal, ob die Kraftübertragung primär über die Knie oder die Hüfte geschieht. Wichtig ist, dass die Technik stimmt (siehe olympische Gewichtheber, die sich teilweise fast parallel mit ihren Oberschenkeln zum Boden befinden).

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Bankdrücken https://daheimtrainer.de/training/uebungen/bankdruecken/ Mon, 30 Mar 2020 15:05:36 +0000 https://daheimtrainer.de/?page_id=31 Schwierigkeitsgrad: Mittel
Geräte: Langhantel
Flachbank

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Bankdrücken

Benötigtes Equipment
• Langhantel
• Flachbank

Schwierigkeitsgrad
Mittel

Angesprochene Muskeln
• Großer Brustmuskel (pectoralis major)
• Trizeps (triceps brachii)

Alternativen
Kurzhantel-Bankdrücken, Liegestütze, Dips

Involvierte Muskeln

aktivierte muskeln beim bankdrücken

Überblick

Bankdrücken – die Königin aller Druck-Übungen. Mit keiner anderen Übung lassen sich so effektiv Kraft und Muskeln aufbauen. Neben Brust- und Trizepsmuskulatur wird (bei richtiger Ausführung) der gesamte Core beansprucht. Für ein Ganzkörpertraining reicht Bankdrücken als einzige, horizontale Druck-Übung. Mit dem Potenzial der Übung gibt es auch dementsprechende Risiken. Viele (vor allem unerfahrene) Trainierende haben sich dadurch schon die Schulter kaputt trainiert. Auf dieser Seite bekommst du einen Überblick der Ausführung, die Varianten, Alternativen und die Antwort auf häufig gestellte Fragen.

Ausführung

„Leg dich hin und drück einfach“

Im Prinzip ist das gar nicht so falsch. Auf ein paar Dinge sollte man trotzdem noch achten. Bei den meisten Übungen wird der Bewegungsablauf zu kompliziert beschrieben. Dadurch entsteht keine natürliche Ausführung der Bewegung.

Bankdrücken ist eine der wenigen Übungen, die man mit einem Trainingspartner ausführen sollte. Denn, beim Start der Übung sollten die Arme in einem Winkel von 90° zum Boden sein. Das heißt, beim Rausführen aus der Halterung haben die Arme bereits einen Winkel abweichend von 90°. Bei schwerem Gewicht besteht dadurch eine Verletzungsgefahr. Es kann auch sein, dass man das Gewicht gar nicht erst aus der Ablage bekommt.

Vor dem Ausführen:

Durch diese Stellung der Arme & Schulterblatt wird die Verletzungsgefahr extrem reduziert. Danach kann bei der Ausführung schon nicht mehr viel schief gehen. Beim Ablassen der Hantel sollte man sich vorstellen, dass die Brust zur Stange bewegt wird. Durch die Kontraktion der beteiligten Muskeln entsteht Stabilität und eine Auflagefläche für den Rücken.
Hast du Probleme hierbei solltest du mehr Zugübungen (vertikal und horizontal) in dein Training einbauen.

„Wie drücke Ich am besten, um meine Schultern kaputt zu machen?“ Wenn das deine Frage ist, dann in dieser Ausgangslage.

Dient als Vorbereitung, um die Schulterblätter zu fixieren. Eine Grundspannung wird hierbei aufgebaut.

Der wichtigste Schritt: Die Schulterblätter nach hinten, um den gesamten oberen Bereich zu fixieren. Der Fokus wird von der vorderen Schulter genommen. Durch die Retraktion der Schulterblätter hast du zudem eine stabile Auflagefläche.

Der wichtigste Schritt, um den großen Rückenmuskel (Latissimus Dorsi) zu aktivieren. Dadurch wird weitere Stabilität generiert. Automatisch sind die Arme näher am Körper. Der Oberarm rotiert nicht so leicht nach innen.

Fixierung der Schulterblätter

Dieser „Trick“ kann bei allen Druck-Übungen angewandt werden. Bei Dips ist es allerdings etwas schwieriger, die Schulterblätter unten zu fixieren. Denn bei der Ausführung wirkt die Reaktionskraft nach oben. Die Fixierung muss man deshalb zusätzlich überwinden. Manche Personen fixieren zuerst ihre Schultern auf der Bank. Dadurch kann ein stärkeres Hohlkreuz erreicht werden.

Griffweite:

Deine Unterarme sollten in jedem Blickwinkel senkrecht stehen, wenn die Hantel deine Brust berührt. Dazu solltest du eine „leere“ Hantelstange auf die Brust legen und die Griffweite variieren, bis die Unterarme in der richtigen Position sind.

Bewegungsablauf

Wie bei der Ausführung aller komplexeren Übungen: Versucht nicht, ein Bewegungsmuster zu erzwingen. Die Übung sollte sich nach ein paar Wochen natürlich anfühlen. Dadurch vermeidet ihr ungewöhnliche Stellungen eurer Gelenke.

Der Po sollte immer die Bank berühren.

Dadurch sollten die Hüften höher liegen als die Knie. Hier ist es sehr wichtig, dass euer Core fixiert ist und stabil ist. Die Füße sollten stabil auf dem Boden stehen, und man sollte euch nicht mehr zum Wackeln bringen können.

Wie oben beschrieben. Hoch – nach hinten – nach unten.

Beim Herunterlassen sollte man sich vorstellen, dass man die Stange durchbiegt. Dadurch werden die Ellbogen näher am Körper geführt. Die Brust sollte während der ganzen Übung herausgedrückt bleiben. Als würde man versuchen, die Stange mit seiner Brust zu berühren.

Der eigentliche Teil der Übung. Die Höhe der Hantelstange auf eurer Brust sollte sich automatisch einstellen. Vorausgesetzt ihr habt alle Schritte befolgt.

Durch die Ausführung über mehrere Wochen bekommt man ein Körpergefühl, dass man in jeder anderen Übung verwenden kann. Das ist das wichtigste, um gesund zu bleiben und langfristig zu trainieren. Ihr werdet stärker und muskulöser, wenn ihr die Grundlagen des Trainings beachtet.

Mobility & Warmup

Wie vor jeder Übung solltet ihr euch vor den Arbeitssätzen aufwärmen. Das reduziert die Verletzungsgefahr und aktiviert eure motorischen Einheiten.

Folgendes Video zeigt ausführlich, wie man die Schultern mobilisiert und aufwärmt. Dieses Tutorial gilt für alle Drück-Übungen des Oberkörpers.

Varianten

Ob Schrägbank, negativ, weiter oder enger Griff. Im Prinzip sind alles Abwandlungen der Grundübung Bankdrücken. Jede Variation steuert die Muskeln unterschiedlich an.

Variation der Griffweite

Weiter Griff

↑ Äußere Brust | Vordere Schultern
↓ Trizeps | Bewegungsradius

Enger Griff

↓ Trizeps | Innere Brust

Ein breiterer Griff bietet zudem mehr Verletzungspotenzial. Auch, weil in der Regel mehr Gewicht bewegt werden kann. Man sollte den Griff nicht enger wie Schulterbreite ansetzen, da sonst die Handgelenke zum abknicken neigen.

Neigungswinkel

Alternativen

Das klassische Bankdrücken setzt eine Langhantel und eine Hantelbank voraus. Falls die Möglichkeit besteht, sollte das die primäre horizontale Druck-Übung sein. Wer kein Platz oder Geld für diese Übung hat, findet hier ein paar Alternativen:

Kurzhantel-Bankdrücken

Wer stattdessen Kurzhanteln zu hause hat, sollte diese Übung in Betracht ziehen. Der einzige Nachteil von Kurzhanteln: Es ist mehr intermuskuläre Koordination notwendig, um den Wachstumsreiz zu setzen. Leicht gesagt: Man ist als Anfänger „abgelenkt“, da man das Gleichgewicht halten muss und weniger Führung hat. Vorteile bringt Kurzhantel-Bankdrücken hauptsächlich um Asymmetrien auszugleichen und für das Rehabilitationstraining. Kraft und Muskeln lassen sich mit beiden Übungen gleichermaßen Aufbauen.

Liegestütze

Liegestütze sorgen zwar nicht für die identische Belastung, kommen dem Bankdrücken aber sehr nah. Die große Schwierigkeit besteht darin, das Gewicht zu steigern. Das ist wichtig, um kontinuierliche Wachstumsreize zu setzen. Denn, in der Regel trainiert man ja auch, um eine Veränderung zu erzielen. Eine Möglichkeit zur Steigerung der Last sind Gewichtswesten. Wir persönlich verwenden diese hier. Durch die variable Einstellung kann auch in kleineren Schritten das Gewicht erhöht werden und eine langfristige Steigerung ist möglich.

Dips

Klassische Dips haben eine generell höhere Belastung der Schulter sowie des Trizeps. Als Alternative zum Bankdrücken ist deshalb die „Gironda-Dip“ Variante sinnvoll. Die Belastungsart ist hierbei dem Bankdrücken ähnlicher, da der Winkel von Oberkörper und Boden minimiert wird. Wie bei Liegestützen ist hier die Steigerung der Last schwierig. Auch dafür benötigt ihr eine Gewichtsweste oder einen Dip-Gürtel. (Diese können auch für Klimmzüge verwendet werden, es lohnt sich).

Häufige Fehler

Die meisten Fehler beim Bankdrücken beinhalten die Nicht-Einhaltung der oben genannten Schritte. Dennoch gibt es bestimmte Fehler, die häufig zu sehen sind:

Falsche Ablageposition der Stange

Wenn die oben genannten Schritte eingehalten werden, sollte die Ablageposition der Stange auf der Brust automatisch ungefähr richtig sein. Es kann jedoch vorkommen, dass die Stange zu nah am Schlüsselbein aufliegt. Dadurch können die Ellenbogen bei der Aufwärtsbewegung nach außen rotieren und drastisch die Verletzungsgefahr erhöhen. Wer Probleme damit hat, sollte vor der Ausführung noch einmal seine Schulterblätter nach unten ziehen.

Es ist zudem nicht notwendig, das der Pfad der Stange (seitlich gesehen) einer Geraden folgt. Eine natürliche Bewegungsausführung sorgt automatisch zu einer Abweichung der Startposition.

Bankdrücken ohne Trainingspartner

Wie oben bereits kurz erwähnt: Bankdrücken sollte – wenn möglich – zu zweit trainiert werden. Das heißt nicht, dass der Trainingspartner Langhantel-Curls machen sollte, während der andere drückt (sieht man auch oft). Es geht in erster Linie um das Rausheben der Stange aus der Ablage. Wenn man die Stange alleine aus der Ablage hebt, muss man sie ein Stück weit horizontal bewegen, um in der richtigen Startposition zu sein. Bei schwerem Gewicht besteht Verletzungsgefahr. Kraft verschwendest du auch dabei.

Der andere Grund ist natürlich, dass jemand einem hilft, wenn man das Gewicht nicht mehr hoch bekommt. Wer trotzdem alleine trainiert, sollte zumindest wissen, wie man die sogenannte „Roll of Shame“ ausführt. Hier zu sehen in einem YouTube-Video mit eher dramatisch gewähltem Titel:

Fehlende Körperspannung

Ist generell bei jeder Übung wichtig. Beim Bankdrücken wird das jedoch oft vernachlässigt und für nicht wichtig empfunden. Auch hier steigt die Verletzungsgefahr stark an. Außerdem verschwendest du Kraft. Es ist ähnlich, als würdest du mit angewinkelten Beinen auf der Bank das Gewicht drücken: Es ist wacklig und du bewegst weniger Gewicht. Das sollten – wenn dann – nur Fortgeschrittene in ihren Trainingsplan einbauen.

Suicide-Grip

Hier ist der Begriff nicht einmal dramatisch gewählt. Alle Finger greifen auf einer Seite der Hantel. Logischerweise bekommt die einen zusätzlichen Freiheitsgrad und kann leichter herausfallen. Der Griff wird teilweise angewandt um das Muskelgefühl zu verbessern und die Schultern zu schonen. Statt Suicide-Grip solltest du die oben genannten Schritte befolgen. Inklusive: Beim Herablassen versuchen, die Stange zu biegen. Das hat einen ähnlichen Effekt und ist deutlich sicherer.

FAQ

Was macht der da?

BANKDRÜCKEN MIT EXTREMEN HOHLKREUZ (TECHNIKSCHULE)?

Quelle: Strength First

Wenn du so eine „Brücke“ siehst, dann sind das meistens Kraftdreikämpfer. Bei diesem Sport ist Bankdrücken eine von drei Disziplinen. Es geht darum, eine Wiederholung mit möglichst viel Gewicht auszuführen. Die Brücke sorgt hierbei für ein kürzere „Range of Motion“ (ROM). Die Belastung der Lendenwirbel wird stark erhöht und sollte bei „normalem“ Training nicht fokussiert werden.

Wer daran interessiert ist, möglichst viel (zum Beispiel in einem Wettkampf) zu drücken, sollte hier weiterlesen.

Wie viele Wiederholungen?

Die Frage ist unabhängig vom Bankdrücken und kommt auf den individuellen Trainingsplan an. Eine einfache Erklärung zu diesen Themen gibt es hier.

Ist Bankdrücken unbedingt notwendig?

Notwendig für was? Wenn du möglichst effizient Brust-Muskulatur aufbauen möchtest, benutze Bankdrücken. Wenn du viel Zeit und Lust darauf hast, splitte die involvierten Muskelgruppen so hoch wie du möchtest. Du kannst die beteiligten Muskelgruppen auch alle einzeln, isoliert trainieren – mit Butterflies, Frontheben, Kabelzug. Es macht jedoch am Anfang wenig Sinn, denn du baust in den Bereichen auch mit Bankdrücken Muskeln auf.

Der Beitrag Bankdrücken erschien zuerst auf DaheimTrainer.

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